Life

Dann bloggen Sie doch

17. Juli 2017
Eine Apple Tastatur dahinter liegen zwei Stifte

„Dann bloggen Sie doch einfach.“ Meine Psychotherapeutin überrascht mich immer wieder. Als ich ihr erzähle, dass mein Leben – um genau zu sein: mein berufliches Leben – mich gerade in seiner Ereignislosigkeit unglaublich stresst, empfiehlt sie mir, mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Müsste ich mich nicht, da all meine bisherigen Versuche ergebnislos gewesen sind, doppelt anstrengen, um mein Büro wieder ans Laufen zu bekommen? Vielleicht. Vielleicht ist aber gerade der Versuch, mit der Brechstange ein Problem zu lösen, nicht zielführend. Blogge ich halt. Macht mir ohnehin mehr Spaß.

Meine Notfall-To-Do-Liste für Situationen wie die jetzige ist lang. Mehrfach habe ich meiner Selbstständigkeit Phasen erlebt, in denen einfach nichts lief. Alle Versuche, meine Text- oder Gestaltungsleistungen am Markt zu positionieren, laufen in solchen Momenten ins Leere. So auch jetzt. Das Problem – besser gesagt: die Herausforderung – besteht jetzt darin, sich von diesen Misserfolgen nicht ins Bockshorn jagen zu lassen und weiterzumachen. Steherqualitäten sind gefragt, mit denen ich momentan nicht dienen kann. Zwar gehe ich jeden Tag ins Büro, erstelle Listen und nehme mir Dinge vor, die ich umsetzen möchte, aber ich habe verfüge momentan anscheinend über nicht genügend Energie zur Realisation. Außer zum Bloggen – das geht immer.

Für heute hatte ich mir vorgenommen, meine Webseite zu den Textleistungen zu überarbeiten. Ich habe dazu in der vergangenen Woche ein neues WordPress-Theme gekauft und dieses auf meinem lokalen Webserver installiert. Nun sitze ich bereits seit mehreren Stunden vor meinem Rechner und tue – nichts! E-Mails sortieren, eine neue Facebook-Seite für den Blog anlegen, Quizduell spielen – all das erscheint mir momentan wichtiger und erfüllender. Ich kann mich ganz und gar nicht leiden, schaffe es aber auch nicht, endlich aktiv zu werden. Ein Teufelskreis.

Was macht man, wenn man nichts macht? Man muss sich selbst motivieren. Das fällt mir momentan alles andere als leicht. Ich versuche es in dieser Woche mit einem kleinen psychologischen Trick, der mir heute Morgen beim Bettenmachen eingefallen ist: Statt sich nun durch einen nicht gerade mit Aufträgen prall bestückten Acht-Stunden-Tag im Büro zu quälen, arbeite ich nur sechs Stunden und hoffe, dass mich die beschränkte Arbeitszeit dazu anstachelt, wieder produktiver zu werden. Ich werde berichten.

 

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8 Comments

  • Reply Silke Bicker - Erdhaftig 17. Juli 2017 at 21:05

    Hallo Anke,

    das mal einige Tage (oder auch Sommerwochen) nichts läuft, hat mich früher kirre gemacht. Mittlerweile genieße ich solche Tage und gehe wandern oder spazieren, treffe mich mit Freunden mittags oder räume in meinem Büro auf. Oder stricke neue Angebote und werfe alte raus. Meistens kommt etwas in Gang, wenn ich nicht im Büro bin und z. B. eine Woche urlaube. Klingt dusslig, aber meist fliegt in einer Urlaubszeit ein dicker Auftrag ein. Manchmal ist die Zeit reif, sich gut um sich selber zu kümmern.

    Wünsche Dir viel erholsame Zeit mit Erholung,
    Silke

    • Reply ahedfeld 16. September 2017 at 19:18

      Liebe Silke, was ich nicht für möglich gehalten habe: So war es auch bei mir. Nachdem ich eine Woche lang nicht gearbeitet habe, kamen die Dinge fast von selbst wieder in den Gang. Vielen Dank für Deinen netten Kommentar. LG Anke

  • Reply Cordula Natusch 18. Juli 2017 at 8:31

    Hallo, Anke,
    solche Phasen, in denen wenig läuft, kennt wohl jeder Selbstständiger. Mich haben sie früher immer ganz hektisch gemacht, heute bin ich zum Glück gelassener. Irgendwas kommt früher oder später garantiert rein. Was hilft: das eigene Netzwerk anpieken und allen mitteilen, dass man Kapazitäten freihat. Ich habe es schon oft erlebt, dass eine Kollegin oder ein Kollege ganz erleichtert sein „Zuviel“ an Arbeit an mich weitergeschoben hat. So ist allen geholfen. Und umgekehrt bin ich auch immer dankbar, für Notfälle auf Hilfe rechnen zu können.
    Darüber hinaus habe ich eine ganze Liste an Aufgaben, für die ich im Normalzustand eigentlich nie komme, die gehe ich in solchen Phasen an. Die eigene Website pflegen, ein paar administrative Dinge am Blog endlich angehen, Texte vorschreiben, Ordnung in meine elektronische Ablage bringen, die nächste Buchidee konzipieren …
    Und wenn ich merke, dass ich mich zu solchen Dingen nicht motivieren kann und fröhlich vor mich hinprokrastiniere, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass ich eine Pause brauche – eine Auszeit vom Büro, vielleicht auch von allem anderen. Ein verlängertes Wochenende am Meer, danach ist bei mir meist alles wieder gut.
    Ich wünsche dir viel Erfolg – im Job und bei möglichen Auszeiten.
    Cordula

    • Reply ahedfeld 16. September 2017 at 19:20

      Liebe Cordula, so eine Liste mit To-dos für die Zeiten, in denen nicht so viel los ist, habe ich auch. Allerdings fehlte mir jede Motivation, davon auch nur irgendetwas abzuarbeiten. Ich habe eine Auszeit vorgezogen und damit anscheinend goldrichtig gelegen. Danke für Deinen netten Kommentar. LG Anke

  • Reply Die Freiberuflerin 18. Juli 2017 at 8:33

    Ich wünsche dir, dass du bald aus deinem eigenen Teufelskreis herauskommst. Mir persönlich hilft es oft, wenn ich dann Bücher oder Blogs von anderen Freiberuflern lese und mich dadurch so pushen lasse, dass ich sofort selbst wieder etwas tun will.

    Ansonsten: Genieß doch einfach mal ein paar Tage das Wetter, schließe die Tür zu deinem Büro zu und quäl dich nicht – es wird dadurch nicht besser!

    LG

    • Reply ahedfeld 16. September 2017 at 19:21

      Genauso habe ich es gemacht. Nun befinde ich mich – beruflich – wieder auf dem Weg der Besserung. Vielen Dank für Deinen Kommentar. LG Anke

  • Reply Allysonn 3. September 2017 at 7:36

    Hallihallo!

    Ist zwar schon ein paar Tage her, der Eintrag, aber vielleicht hilft ja mein „Tipp“. 😀
    Ich neige auch oft dazu, Dinge zu tun, die in keinster Weise auf der Agenda standen. Kurioserweise muss ich dann bloß die Agenda ändern. Ist zwar jetzt nicht Dein Thema (ich sag einfach mal Du), aber ich „schlampige Tuss“ krieg wahnsinnig viel Haushalt fertig, wenn ich mir vorgenommen hab, an ein Nähprojekt zu gehen, vorzugsweise ein schon existentes. Andererseits nähe ich wies tapfre Schneiderlein, wenn ich eigentlich aufräumen „müsste“.
    Und wenn ich Post erledigen müsste, kann ich hervorragend sporteln, steht Sport auf dem Tagesplan, hab ich auf einmal ungeheuren Trieb, meine Blumen zu behudern… Und ja, es funktioniert bei mir recht gut, einfach den Tagesplan den Bedürfnissen anzupassen: Früh guggen, was wichtig wäre und das ganz unten auf den Plan setzen… Kommt Zeit kommt Dings.

    😀 Allysonn
    (PS: Wenn ich „nähen“ schreibe, mein ich keine Klamotties sondern Patchwork)

    • Reply ahedfeld 16. September 2017 at 19:22

      Hallo Allysonn, haha, das kenne ich nur zu gut. Ja, vielleicht ist die Idee, ab und zu einfach die Agenda zu ändern gar nicht so abwegig. Vielen Dank für die Anregunge. LG Anke

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