50+ Life

Dazwischenjahre

20. Januar 2018

2018 ist seit langem das erste Jahr, in dem ich nicht im Januar eine umfangreichen Zielplanung für die kommenden zwölf Monate angefertigt habe. Ein Köfferchen mit Wünschen/Träumen muss reichen. Zeit meines Berufslebens war ich eine große Anhängerin einer detaillierten Beschäftigung mit Visionen und daraus abzuleitenden Zielen. Auch am Ende des Jahres 2017 konnte ich wieder einmal (erfreut) feststellen, dass ich das, was ich zu Beginn des Jahres schriftlich festgehalten hatte, schließlich auch erreicht habe. Ist doch toll – könnte man denken. Ich aber habe inzwischen so meine Bedenken, ob die von mir notierten Ziele nicht eher eine Geburt meiner Ratio waren. Habe ich nicht zufällig genau das notiert, was ich voraussichtlich ohne große Mühen erreichen konnte?

Für 2018 habe ich mir vorgenommen, mich privat und beruflich wieder mehr von meiner Intuiton und meinem Instinkt leiten zu lassen. Vor allem aber von dem Vertrauen in mich selbst, von der Gewissheit, dass mir zum notwendigen Zeitpunkt schon das Richtige einfallen wird. Bis dahin mache ich – so weit das beruflich möglich ist – die Dinge, die mir Spaß machen, die mir guttun und von denen ich sagen kann: Ja, genauso stelle ich mir ein qualitätvolles Leben vor. Klingt doch einfach, oder?

Warum ich diesen Post “Dazwischenjahre” genannt habe, hat einen ähnlichen Hintergrund. Seit vergangenem März bin ich wieder solo, lebe seit knapp einem Jahr ohne Beziehung. Das ist die längste Zeit seit meinem sechzehnten Lebensjahr. Es wäre mir kaum aufgefallen, hätte ich nicht vor kurzem meinen Instagram-Feed recht weit zurückverfolgt und plötzlich festgestellt, dass ich die Fotos in eine Zeit-mit- und eine Zeit-ohne-Partner -Bilder eingeteilt habe. Was soll ich sagen?  Um es mit den Worten von Frank Goosens Oma auszudrücken: Ich brauche keinen Mann mehr für die Wohnung. Ich glaube, ich stehe mit dieser Wahrnehmung nicht alleine da. Vielen meiner gleichaltrigen Freundinnen und Bekannten geht es genauso.

Das, was ich mir vor zwei Jahren, als ich mich alleine in meiner neuen Wohnung wiederfand, unmöglich hätte vorstellen können, ist en passant einfach so eingetreten: Ich lebe nun endlich ausgesprochen gerne allein. Warum ich so lange daran festgehalten habe, auf Biegen und Brechen einen neuen Partner zu finden, ist mir heute vollkommen unverständlich. Allein dieser Aufwand! Vielleicht habe ich mich als Single für nicht vollwertig gehalten, das erscheint mir die einzig logische Begründung. Gibt es denn – außer Sex – etwas, das man nicht auch mit Freundinnen oder anderen Gleichgesinnten unternehmen kann? Mir fällt nichts ein. Und so habe ich, als weiteres Vorhaben für 2018, entschieden, nicht länger an ein Leben anknüpfen zu wollen, das definitiv vorbei ist. Ich lebe jetzt, ich lebe allein, und das ist gut so. Keine Dazwischenjahre mehr, in dem man sich von einem guten Leben zum nächsten guten Leben hangeln möchte. Mein Leben ist jetzt und hier gut. Hatte ich mir zwar nicht so vorgestellt, aber eigentlich mag ich Überraschungen.

Was habt ihr euch für 2018 vorgenommen? Möchtet ihr euch bestimmte Träume erfüllen? Noch einmal einen neuen Job anfangen? Eine längere Reise unternehmen? Mit einem neuen Hobby beginnen? Ins Ausland ziehen o.ä.? Das würde mich brennend interessieren.

 

 

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2 Comments

  • Reply Karina 20. Januar 2018 at 19:20

    Ein schöner Text! 2018 fängt schon mal sehr spannend an: Wir haben unser Haus verkauft und ziehen gleich in eine fancy Dachgeschosswohnung. Weg aus der Einöde am Rand Berlins mitten rein ins lebendige Grossstadtleben. Ohne die Kids, gemeinsam zu zweit die 45+ erleben.
    Dann wird das Jahr auch das Camperjahr, wir erkunden Brandenburg mit unserer Feuerwehr.
    Und dann: KOMMT DAS HIGHLIGHT auf das sich die ganze Familie dermaßen freut 🙂
    Wir fahren zu sechst nach Kroatien auf ein Goa-Festival mitten in den Bergen. Das wird eine total neue Erfahrung und dann reicht es auch schon mit Aufregendem. Oder?

    • Reply ahedfeld 28. Januar 2018 at 20:27

      Liebe Karina, das hört sich nach sehr spannenden Plänen an, auch wenn ich zugeben muss, dass ich nicht weiß, was ein Goa-Festival ist. Ich wünsche Euch auf jeden Fall alles Gute und viel Spaß. So ein Umzug ist zwar nicht nur das reine Vergnügen, aber mitten rein nach Berlin hört sich nach einem guten Plan an. LG Anke

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