50+ Life

Steak it easy

17. Mai 2017
An einer Pinwand hängt ein Bild mit Sonnenblumen und eine gelbe Postkarte mit dem Aufdruck "Steak it easy!"

Wie bereits mehrfach erwähnt, habe ich vor Kurzem das Blog50plus-Treffen in Köln besucht. Neben zahlreichen Themen kamen wir auch auf die Frage nach den Hintergründen für die eigene Bloggerei zu sprechen. Warum bloggt man/frau eigentlich? Bei mir spielt ganz sicher ein „therapeutischer“ Aspekt eine Rolle. Meine Blogbeiträge helfen mir, andere Sichtweisen auf Aspekte meines Lebens zu bekommen, manches für mich abzuschließen und manchmal auch – ganz simpel – mich an etwas zu erinnern.

Ich habe mir daher vorgenommen, mein Blog wieder mehr als Tagebuch zu betrachten und in regelmäßigen Abständen ein paar Worte zu meiner beruflichen Situation zu verlieren, denn die beschäftigt mich gerade am meisten. Keine Angst, dass soll hier kein Ort des Sich-endlos-Beklagens werden. Wenn ich danach gefragt werde, warum ich das Freiberufler- einem Angestelltendasein vorziehe, antworte ich meistens: Weil ich mich damit nicht nur für einen Beruf, sondern einen Lebensstil entschieden habe. Ja, genauso sehe ich das immer noch. Auch wenn Situationen wie die jetzige auftauchen können, in denen sich scheinbar nichts bewegt und nichts mehr vorangeht. Das wird nicht so bleiben, das sagt mir meine Berufs- und Lebenserfahrung!

Der heutige Tag war alles andere als ein Zuckerschlecken. Zu all meinem „Umgemach“ hat sich nun auch noch die Krankenkasse gemeldet und ist der Meinung, dass sie von mir noch nachzuzahlende Krankenkassenbeiträge für die Jahre 2014 und 2015 erwarten kann. Was leider auch stimmt. Schließlich habe ich in diesen Jahren ganz gut verdient und meine ursprünglichen Gewinnerwartungen viel zu niedrig angesetzt. Eigentlich ein Worst-Case-Szenario. Aber mich beruhigt dieser Umstand seltsamerweise. Jetzt kann es eigentlich nicht mehr schlimmer werden. Ein bisschen komme ich mir vor wie Garp, der, nachdem bei einer Hausbesichtigung ein Flugzeug in den Giebel geflogen ist, der erstaunten Maklerin (sinngemäß) mitteilt: „Wir nehmen das Haus. Die Chance, dass sich noch ein weiteres Flugzeug den Dachstuhl als Landeplatz aussucht, halte ich für relativ gering.“

Ich telefoniere heute mit zwei meiner Bekannten und Berufskollegen. Beide quält ebenfalls ein berufliches Problem. Ich bin nicht sicher, ob ich wirklich helfen kann, aber immerhin stehe ich mit meiner vermeintlichen Misere nicht alleine da. Anderen geht es auch nicht immer nur „Bombe“, das beruhigt mich.

So, und nun habe ich mir vorgenommen, mit Volldampf an meinem Comeback zu arbeiten. Das fällt mir nämlich immer noch schwer. Jede Absage oder ein Nicht-Melden eines aktuellen oder potenziellen Kunden nimmt man leider als Freiberufler – Professionalität hin oder her – auch immer ein kleines bisschen persönlich. Man verkauft schließlich nicht nur die eigene Arbeit, ein Produkt, sondern immer auch das eigene Herzblut, das in einen Text, eine Broschürengestaltung oder eine Webseite geflossen ist. Aber ich wollte nicht jammern, sondern mit Tipps aufwarten, wie sich man elegant durch solche Situationen hindurchmanövriert.

Tipp Nr. 1: Nicht ins Grübeln verfallen, sondern gute Laune im Büro verbreiten. Mir gelingt das am besten mit meiner Spotify-Playlist, die ich gerade aus aktuellem Anlass in „Steak it easy“ umbenannt habe. Enjoy!

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