Life

Wie organisiere ich mich selbst?

31. März 2016
Aufgeschlagener TimePlaner auf einem Schreibtisch dahinter eine Tastatur und ein Bildschirm

Es ist schon ein paar Tage her, dass ich Jessika Fichtels Aufruf zur Blogparade “Selbstorganisation” entdeckt habe. Spontan habe ich gedacht: Da machst Du mit, dazu kannst Du auch ein bisschen was sagen. Ob es nun für oder gegen eine gute Selbstorganisation meinerseits spricht, dass ich es erst am letztmöglichen meinen Beitrag verfasse, bleibt einmal dahingestellt …

Bevor ich tiefer ins Thema einsteige, ein paar Dinge zu meinem täglichen (Berufs-)alltag. Ich bin Freiberuflerin und mein Job als Grafikerin und Texterin ist tatsächlich so etwas wie ein Traumberuf. Allerdings arbeite ich überwiegend alleine in meinem Büro, was ich sehr genieße. So kann ich mich vollkommen auf meine Aufgaben konzentrieren, ohne ständig abgelenkt zu werden (“Störungen” durch soziale Medien oder das Internet einmal ausgenommen; aber dazu an anderer Stelle mehr). Außerdem lebe ich seit Anfang Januar 2016 wieder alleine, d.h., auch in meinem privaten Umfeld muss ich alle anfallenden Hausarbeiten und sonstige Pflichten höchst selbst übernehmen. Aus dieser Situation heraus ergibt sich, dass eine funktionierende Selbstorganisation das Leben leichter macht.

Aber was ist das nun genau? Für mich bedeutet Selbstorganisation eine gute Struktur, viele Rituale, ein gewisses Maß an Selbstdisziplin, ein funktionierendes Zeitmanagement und genügend Freiräume für die Dinge, die entweder wichtig oder dringend oder beides gleichzeitig sind. Ach ja, und ganz wichtig; denn sonst würde das Ganze sicherlich nicht funktionieren: Spaß an diesem – meistens – funktionierenden System und die Bereitschaft, im richtigen Moment die Regeln einmal Regeln sein zu lassen.

Die Kunst, nichts Überflüssiges zu verwalten

Und nun der Reihe nach. Ich hoffe, ich kann zu diesem komplexen Thema im Rahmen eines – naturgemäß beschränkten Blogbeitrags – ein paar hilfreiche Tipps geben. Das erste Mal, dass ich mich intensiv mit dem Thema Organisation und Selbstmotivation – diese Bereiche liegen oft nah beieinander und bedingen sich gegenseitig – beschäftigt habe, liegt etwa zehn Jahre zurück. Damals fiel mir das Buch der amerikanischen Autorin Talande Miedaner “Coach Dich selbst, sonst coacht Dich keiner: 101 Tipps zur Verwirklichung ihrer privaten und beruflichen Ziele” in die Hände, und ich habe es verschlungen. Viele, der darin aufgeführten Ratschläge beherzige ich heute noch. Ohne dass ich im Einzelnen auf den Inhalt des Buches eingehe, möchte ich jedoch die für mich essentielle Quintessenz zusammenfassen: Selbstorganisation bedeutet nicht, vieles gleichzeitig unter einen Hut zu bringen, sondern Dinge und Aufgaben des täglichen Lebens in einen beherrschbaren Rahmen zu bringen. Anders ausgedrückt: Ein Weniger ist die Grundlage guter Organisation. Dieses Prinzip befolge ich konsequent. Das war am Anfang nicht so einfach. Sich von überflüssigen Dingen zu trennen bedeutet ja auch, sie als überflüssig zu erkennen. Es braucht tatsächlich einige Zeit, bevor man sich beispielsweise von nicht getragener Kleidung, überflüssigen Dekogegenständen, niemals verstrickter Wolle, nie gelesenen Prospekten und Unterlagen, ganzen Jahrgänge von Zeitschriften, alten Kundenunterlagen ohne Weiteres trennt. Wenn man dieses Prinzip allerdings einmal verinnerlicht hat und sofort Dinge entsorgt, von denen man ahnt, das man sie nie mehr anpackt, hat das so etwas luxuriös Befreiendes. Nein, ich werde all diese Gegenstände, Unterlagen etc. nicht noch einmal in die Hand nehmen müssen, um irgendwann zu entscheiden, ob ich sie behalten möchte oder nicht. Im Gegenteil – ich gewinne Zeit, die ich für andere Projekte oder mir persönlich wichtige Dinge einsetzen kann.

Jeden Tag zehn Minuten aufräumen bewahrt vor dem großen Chaos

Was das alles mit Selbstorganisation zu tun hat? Eine ganze Menge meiner Meinung nach. Denn nur in einem Umfeld, in dem man nicht ständig durch vermeintlich andere Aufgaben abgelenkt wird, kann man wirklich konzentriert und schnell an einer Sache arbeiten. Und damit komme ich zum nächsten Punkt, der sich zunächst überhaupt nicht lustig anhört, und der heißt: aufräumen. Ich verlasse morgens nie meine Wohnung, ohne dass diese fast schon penibel aufgeräumt ist: Das Bett ist gemacht, das schmutzige Geschirr weggeräumt, alle Kleider hängen im Kleiderschrank, der Müll ist entsorgt, das Altpapier wartet im Fahrradkorb auf die Fahrt zum Altpapiercontainer. Soll ich Euch was sagen? Ich verlasse mit einem tiefen Gefühl der Zufriedenheit das Haus und freue mich darauf, wieder nach Hause zu kommen, ohne erst langwierig aufräumen zu müssen. Ich kann mich sofort entspannen. Das alles habe ich ebenfalls lernen müssen, denn ich bin von Natur aus kein ordentlicher Mensch. Wer auf apartmenttherapy.com den Begriff “tidy up” eingibt, erhält eine stattliche Liste mit Aufräum- und Organisationstipps. Die meisten davon zwar für den privaten Bereich, mit etwas Kreativität lassen sie sich allerdings ohne Probleme auf den beruflichen Bereich übertragen. Nun mag mancher Kritiker anführen, der amerikanische Drang zur Selbstorganisation und -optimierung gehe ihm zu weit.

Büroarbeitsplatz aufgeräumt

Glücklicherweise kann jeder für sich selbst entscheiden, welcher Grad des Aufräumens für ihn angebracht ist. Ich persönlich bevorzuge allerdings eine aufgeräumte Wohnung und einen aufgeräumten Schreibtisch als Motivationsschub, um mich mit Spaß in meine täglichen Aufgaben zu stürzen. Ist eine Grundordnung erstmal vorhanden, benötigt man dafür täglich nicht mehr als zehn Minuten. Und so zeigt das obere Bild auch keinen Ausnahmezustand meines Arbeitsplatzes, sondern den täglichen Zustand.

How to get more shit done

Ich stelle gerade fest, dass es zu dem Thema Selbstorganisation noch etliche Aspekte gibt, die ich noch gar nicht beleuchtet habe und wozu dieser Blogpost vermutlich auch nicht ausreicht. Wer wissen möchte, wie man seine Zeit effizienter nutzt, dem empfehle ich Pinterest. Einfach als Suchbegriff “how to get more things done” eingeben und man erhält eine Liste von Verlinkungen – hauptsächlich amerikanischer Websites – die sich dieses Themas annehmen. Eine meiner Lieblingslisten ist diese hier: “27 Way to get more Sh!t Done” auf greatist.com. Davon ist Tipp 16 “Eat the frogs”, also das sofortige Inangriffnehmen der unbeliebtesten Tagesaufgaben, für mich in meinem beruflichen Alltag der wichtigste geworden. Das sollte jeder oder jede einmal ausprobieren, der oder die zur Prokrastination neigt. Zum einen entpuppen sich viele Dinge gar nicht als so schwierig, wie wir sie in unseren Köpfen zurechtgelegt haben, zum anderen lässt es sich energiegeladen durch den restlichen Tag “schlendern”, wenn die Frösche schon geschluckt wurden. Also: Ihr habt ein unangenehmes Telefonat mit einem Kunden oder einem Dienstleister vor Euch? Erledigt das direkt am Morgen, der Effekt ist verblüffend.

Sich nicht verzetteln

Beim Schreiben dieses Beitrags sind mir noch ganz, ganz viele kleine, aber wesentliche Details eingefallen, die meiner Meinung nach zu einer guten Selbstorganisation gehören. Ich merke gerade, dass ich sie hier und heute gar nicht alles aufzählen kann. Das Thema verlangt eine ordentliche Strukturierung. Zur Zielerreichung und der Magie des schriflichen Fixierens Eurer privaten und beruflichen Ziele habe ich bereits vor einiger Zeit einen Blogbeitrag auf meiner Unternehmenswebseite verfasst. Dort findet ihr übrigens auch einen kostenlosen Download eines Zieleformulars und eines “Motivations”-Desktophintergrundes.

Desktophintergrund Wie würde ich mich heute fühlen, wenn ich meinen Erfolg von morgen bereits erreicht hätte?

Dennoch: Zu diesem spannenden Thema gibt es noch so viel mehr zu sagen. Und so habe ich mich gerade entschlossen, in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Beiträge zu bestimmten Teilbereichen der Selbstorganisation zu verfassen, um mich nicht hier und heute zu verzetteln. Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Organisatorinnen dieser Blogparade Jessika Fichtel und Katja Schönefeld, das sie sich dieses wichtigen Themas – nicht nur für Freiberufler/-innen – angenommen haben. Es hat Spaß gemacht.

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5 Comments

  • Reply Jessika Fichtel 31. März 2016 at 13:20

    Hallo Anke, vielen lieben Dank, dass du an der Blogparade von Katja und mir teilgenommen hast. Dein Beitrag ist wirklich super und dass wir dir den Anstoß zu einer kleinen Artikel-Reihe geben konnten, finde ich richtig klasse.

    Freut mich auch, zu hören, dass wir Texter-Kolleginnen sind 🙂

    Liebe Grüße,
    Jessika

    • Reply ahedfeld 31. März 2016 at 13:43

      Liebe Jessika, sehr gerne. Freut mich auch, dass wir Texter-Kolleginnen sind. Deinen Blog habe ich jetzt jedenfalls in meine feste Leseliste aufgenommen.

      Liebe Grüße
      Anke

  • Reply Katja Schönefeld 3. April 2016 at 10:40

    Huhu Anke,

    leider kam ich erst heute dazu die Liste der Beiträge wieder zu aktualisieren (Selbstorganisation *hust hust*), daher nimm mir meinen späten Kommentar bitte nicht übel. Ich habe dich soeben unserer Liste an Beiträgen zugefügt und deinen Artikel verschlungen.

    Du hast Recht, bei so vielen “Projekten”, Hobbys etc. ist es wirklich wichtig, einen Weg zu finden, allem gerecht zu werden. Die Methode das Fröschlein zuerst zu vernaschen nutze ich auch – und es beflügelt wirklich den Rest des Tages, wenn das Schlimmste weg ist. Danke auch für deine Linktipps, habe sie mir direkt mal in die Leseliste gepackt – da waren ja einige Juwelen dabei! <3

    Ich bin auch sehr gespannt darauf, was du in deiner Artikelreihe aufgreifen wirst. *hibbel*

    Liebe Grüße,
    Katja

    • Reply ahedfeld 3. April 2016 at 20:24

      Hallo Katja, vielen Dank für so viel Lob. Selbstorganisation hat ja in erster Linie zum Ziel, Zeit für die Herzensdinge zu gewinnen und auf diese Weise ein anregendes und erfülltes Leben zu führen. Das klappt erfahrungsgemäß mal mehr, mal weniger gut. Aber mit viel Übung wird man auch im leidigen Thema Organisation immer besser. In diesem Sinne wünsche ich eine anregende kommende Woche, die hoffentlich genug Zeit fürs Wesentliche lässt. Liebe Grüße, Anke

  • Reply Start der Blogparade: Selbstorganisation 3. April 2016 at 10:42

    […] schreibt auf Different-Affairs.com über ihr Leben als 50+-Lady, dass sich am Liebsten um Fotographie, Gesundheit, Design, Kultur und […]

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