DIY Knitting Life

Kurvendiskussion

25. Juni 2017
Ein Strickzeug aus pinkfarbener Mohairwolle liegt auf einem Kelimteppich

“Im Leben, im Leben geht mancher Schuss daneben.” Beim Stricken auch. Obwohl ich mich für eine geübte Strickerin halte, geht bei meinem Lieblingshobby relativ häufig etwas daneben. Zu- oder Abnahmen vergessen, den Musterrapport nicht richtig eingehalten oder eine sonstige Unachtsamkeit – in der Regel lassen sich solche Fehler durch ein Zurückstricken von einigen wenigen Reihen beheben. Man könnte ein Strickstück auch einfach aufribbeln. Aber da ich eine unglaubliche Abneigung gegen das in solchen Fällen notwendige erneute Aufnehmen der Maschen hege, gehe ich meistens den umständlicheren, aber sichereren Weg und stricke zurück.

Damit komme ich im Fall des pinkfarbenen Mohairpullovers vermutlich nicht weiter. Denn was ich da im unteren Bereich für die Taillierung abgenommen habe, entspricht zwar ganz genau der Anleitung, ergibt aber eine überaus unschöne beulige Kurve. Was habe ich mir denn dabei gedacht? Anscheinend nicht viel, denn statt das Ganze schon ein wenig früher zu überprüfen, habe ich mich voll und ganz auf die Strickdesignerinnen der “Brigitte” verlassen. Das Resultat seht ihr auf dem oberen Foto: Diese Kurve bedarf einer intensiven Diskussion.

Okay, dann eben aufribbeln. Bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Aber wenn ich schon dabei bin: Was will ich eigentlich im Sommer mit einem Mohairpullover? Der ist doch viel zu warm. (So geht das übrigens immer, sobald ich den Entschluss zum Ribbeln gefasst habe. Schon wandern meine Gedanken zu etwaigen Strickalternativen.) Wäre eine kurze Jacke nicht wesentlich besser? Die könnte ich abends über das Kleid ziehen, das ich mir am Wochenende genäht habe. Au ja, au ja, au ja. Vielleicht so eine Art Bolero oder Cache Coeur oder verschlussloses Jäckchen …

So weit, so gut: Was jetzt folgt, ist immer das gleiche Spiel und eine ganz und gar nervenaufreibende Angelegenheit. Denn meistens – und so ist es auch im Falle der pinkfarbenen Mohairwolle – zeichnet sich das alternative Strickstück schon klar vor meinem inneren Auge ab. Wäre da nicht das kleine und gar nicht so nebensächliche Problem, dass ich keine gute Schnittentwerferin bin. Und so mache ich mich auf die Suche nach adäquaten Anleitungen. Stricken soll für mich bitte schön immer “mindless” sein, da will ich mich nicht mit der Austüftelung eines Modells beschäftigen.

Eda, Bel – zwei Strickmodelle von Kim Hargreaves @ English Yarns, UK

Image source: English Yarns, UK

Kim Hargreaves ist eine der Strickdesignerinnen, die ich sehr mag und sehr bewundere. Ihre Modelle sind wunderschön weiblich und haben einen unverwechselbaten britischen Chic. Ihr Stil gefällt mir sehr. Die beiden oberen Modelle heißen “Eda” und “Bel”. Genau in der Art stelle ich mir eine leichte, aber dennoch wärmende Sommerjacke vor. Problem gelöst? Eben nicht. Die Anleitungen sind Teil des Magazins “Whisper“, das auf der Seite von English Yarns zum stolzen Preis von 18,95 GBP angeboten wird. I am not really sure …

Screenshot vom Strickblog von Lotilda

Image source: Lotilda

Okay, gibt es noch eine Option? Sehr gut gefällt mir auch der Britt-Cardigan, den Tanja auf Ihrem Blog “Lotilda” nebst kostenfreier Anleitung vorstellt. Er erinnert mich sehr an die Patent- oder Halbpatent-Strickjacken der 80er Jahre, die zum Teil ebenfalls als Raglan von oben nach unten gestrickt wurden. Die Jacke hat Tanja aus einem ähnlichen Garn wie meinem (Lana Grossa “Silkhair”), allerdings vierfädig, gestrickt. Puh, dann wird die ganze Geschichte ja noch wärmer …

Wozu ich mich nun entschlosse habe, wollt ihr wissen? Ja, wenn Stricken so einfach wäre. Tatsächlich habe ich außer des Entschlusses, das bereits Gestrickte wieder aufzuribbeln, und dem an dieser Stelle durchgeführten Brainstorming noch nichts zustande gebracht. Vielleicht hat die ein oder andere noch eine Idee, die sie beisteuern möchte? Ich bin für weitere Anregungen sehr dankbar. Bin selber sehr gespannt, was am Ende dabei herauskommt.

PS: Vergangene Woche Sonntag habe ich den kühnen Entschluss gefasst, in den kommenden sieben Tagen jeweils einen Blogpost zu verfassen. Das ist mir tatsächlich gelungen (yeah, yeah, yeah!). An keinem Tag wusste ich beim Aufklappen des Laptops, worüber ich schreiben würde. Ein spannendes Experiment. Vielleicht wiederhole ich das Ganze zu gegebener Zeit. Alle, die in der vergangenen Woche meinen Blog besucht habe, sage ich ein herzliches “Danke schön”!

#7von7

 

 

 

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