Langeweile

25. Juni 2021
Ein Stillleben aus einem Trockenblumenstrauss, einem Brot, Käse, Wein und Oliven

Hätte mir vor zwei Jahren jemand gesagt, ich würde einmal unter so etwas wie Langeweile leiden, wäre ich in schallendes Gelächter ausgebrochen. “Lange… was?”. Langeweile ist mir vollkommen fremd, wie den meisten vermutlich. Ich hatte, seitdem ich die Schule verlassen habe, eigentlich immer sehr viel zu tun. In den vergangenen Jahren habe ich die damit verbundene Umtriebigkeit auch sehr genossen. Ich mag es, neue Projekte anzugehen, Dinge auszuprobieren, nicht stehenzubleiben.

Langeweile soll ja durchaus positiv sein, weil sie den Geist entspannt und wir uns ausnahmsweise einmal mit nichts beschäftigen. Demzufolge müsste ich bald einen regelrechten kreativen Ausbruch hinlegen. Vorausgesetzt, dieser Zustand endet bald. Ansonsten brauche ich ein sehr gut funktionierendes Rezept, um mich den lähmenden Tentakeln der Langeweile zu entwinden. Ich habe nicht gewusst, dass solch ein Zustand so belastend sein kann.

Nichts zu tun oder nichts zu tun zu haben ist noch lange nicht das Gleiche

Das Foto dieses Beitrags ist denn auch meiner bisherigen Strategie geschuldet, irgendwie diesem unliebsamen Gefühl, das mit der Langeweile einhergeht, zu entkommen. Auf dem Weg vom Büro nach Hause hatte ich in der vergangenen Woche plötzlich das Gefühl, ich müsse unbedingt ein altertümlich wirkendes Bild eines Stillleben auf dem Blog einbinden. Fragt mich nicht, warum. Das war vielleicht schon eins der kreativen Wunder, die die Langeweile hervorbringt. Tja, und das Resultat seht ihr ja.

Ich könnte es mir jetzt leicht machen und meinen mir ganz und gar ungewohnten Zustand Corona und seinen Folgen zuschreiben. Aber ich weiß, dass dem nicht so ist. Was ich nun brauche, ist also eine clevere Idee, mit dieser Misere umzugehen. Mach doch einfach, was. Das sage ich mich selber. Dauernd. Nur die verfügbaren Optionen erscheinen mir alles andere als “appealing”. Also warte ich einfach ab in der Hoffnung, dass ich irgendwann tatsächlich soo langweilig bin, dass selbst die Langeweile mich nicht mehr attraktiv findet.

In dem Sinne wünsche ich ein ganz und gar nicht langweiliges Wochenende!

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