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Kleider

17. Juni 2021
Verschiedene bunte Kleider hängen auf Bügeln

Ich bin ein ausgesprocher Kleiderfan. Vor allem im Sommer. Ein Kleid ist in meinen Augen das beste Kleidungsstück überhaupt, denn es bedarf außer der Unterwäsche nur eines einzigen Teils, um komplett angezogen zu sein. Sharon Stone verzichtete in “Basic Instict” ja sogar gerne mal auf den Schlüpfer, aber das ist eine andere Geschichte. Kleider sind auch deswegen so fantastisch, weil man sie nach dem Waschen nicht bügeln muss. Meine jedenfalls nicht.

Ich habe bunte und einfarbige Kleider, Kleider aus dem Secondhand-Shop, selbstgenähte Kleider, die meisten eher casual, Kleider von italienischen Wochenmärkten, das petrolfarbene aus Londen, Kleider aus Boutiquen und Kleider aus dem Kaufhaus. Sie alle unterstreichen die Stimmung, in der ich mich gerade befinden. Sie verleihen mir unter Umständen Selbstvertrauen, machen mich fröhlich oder sind in ihrer schwarzen Zurückhaltung nur für Chorauftritte bestimmt, die leider schon lange nicht mehr stattfinden. Es befinden sich auch wärmere Kleider für den Winter darunter. Gefütterte Kleider, Kleider mit Spaghetti-Trägern, Midi- und Maxi-Kleider. Das einzige, das ich nicht besitze, ist ein Ballkleid. Das ist mir dann doch ein bisschen zu viel Schischi und würde außerdem zu einem großen Teil ein trauriges und einsames Dasein im Schrank führen. Ach ja, und dann habe ich ncoh ein Kleid, das in einem irischen Kleiderschrank jenseits des Kanals auf seinen nächsten Einsatz wartet.

Kleider machen gute Laune

In den 1980er Jahren wollte ich keine Kleider mehr tragen – sie entsprachen in meinem Augen zu sehr dem weiblichen Rollenklischee. Sollte es etwas eleganter sein, trug ich einen grauen Leinen-Hosenanzug mit weißem Hemd und pinkfarbener Satinfliege. So würde ich heute im Leben nicht mehr rumlaufen – die 80er eben. Kleider unterstreichen die weibliche Silhoutte wie kein anderes Kleidungsstück. Heute kann ich zugeben, dasss ich das mag. Ich sehe mir auch gerne andere Frauen in ihren Kleidern an. Ich erinnere mich an einen Parisaufenthalt und einen Nachmittag im Jardin du Luxembourg. Die Mütter trugen enganliegende Etui-Kleider und Pumps. Die Französinnnen geben ihren Chic offensichtlich auch nicht mit der Mutterrolle ab.

Ich erinnere mich ebenfalls an Angela Merkel und ihren Auftritt bei den Bayreuther Festspielen. Wow, diese nach außen oft so nüchtern und analytisch auftretende Frau in einem langen Abendkleid. Leider ist später – vornehmlich von vielen männlichen Kollegen – sehr viel Unsinn zu ihrem Dekolleté geschrieben worden. Aber auch das ist eine andere Geschichte. Oder Theresa May, die vielleicht nicht nur durch ihre Kleider, sondern ihren insgesamt eigenwilligen Kleidungsstil (ich sage nur Leoparden-Pumps!) auffällt. Bei Annalena Baerbock finde ich die Kleiderwahl oft sehr schön, aber ehrlich gesagt zu arrangiert. Hier erscheinen mir die Kleider nicht authentisch, sondern eher wie ein elementarer Teil einer bis ins Detail durchdeklinierten PR-Kampagne.

Sei’s drum. Die Kleider macht mir so schnell keiner madig. Morgen soll es wieder sehr warm werden. Das passende Kleid habe ich schon rausgesucht.

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