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Nichts Besonderes, eigentlich

6. März 2019

Es ist doch kaum ein Monat so unentschlossen wie der Februar. Mit seinen mageren 28 Tagen – okay, alle vier Jahre macht er eine Ausnahme und langt mit 29 Tagen mal so richtig zu – klebt er entweder höchst uneigenständig am dunklen und kalten Janaur oder reckt hin und wieder keck die Ärmchen zum frühlingshaften März. Ja, was denn nun? möchte man diesem zu klein geratenen Monat, der seinen Namen dem römischen Sühne- und Reinheitsritual Februa verdankt, zurufen. Kannst Du Dich mal entscheiden?

Ich konnte mich im Februar zu nichts Besonderem durchringen. Als wäre ich zwar dabei, aber nicht wirklich anwesend, sind ein Chorwochenende und andere Aktivitäten an mir vorbeigezogen. An nichts hatte ich so richtig Spaß, nicht am Singen, nicht am Stricken, noch nicht einmal an meinem Garten, dessen Anblick von dem des fulimanten Herbstgartens momentan weit entfernt ist.





Mein Zuhause ist mir immer noch der liebste Rückzugsort, in Gedanken spiele ich so manche Verschönerungsaktion durch, um schließlich bei einem “Könnte-Sollte-Hätte” zu verbleiben, streife virtuell durch unzählige schwedische Altbauwohnung auf Historiska Hem (einfach wunderbar!) oder dem Blog Decouvrir l’endroit du décor, der mir die Arbeit abnimmt und fast täglich Ausschau nach erwähnenswerten Interiorbeispielen hält, und kann mich nur zu einem kleinen Farbprojekt in meinem bislang nicht besonders beachteten Flur durchringen.

Immerhin aufgeräumter, freundlicher und klarer strukturiert geht es auf den knapp drei Quadratmetern nun zu. Ansehnliche Fotos habe ich aufgrund der Enge und der inzwischen fürs Fotografieren schwierigen Lichtsituation noch nicht gemacht. Jammer ich? Ich jammer nicht! Hier könnt ihr lediglich meine am Ende des Winters eingesetzte vollkommene Lustlosigkeit mitverfolgen.

In solchen Zeiten greife ich sehr gern zu Ratgebern. Im Februar habe ich es einmal mit der Bullet-Journal-Methode versucht. Das Buch habe ich nur deswegen als deutsche Ausgabe erstanden, da Rowohlt dankenswerter Weise darauf verzichtet hat, für den deutschen Markt ein neues Buchcover zu entwerfen. Eine einfache deutsche Lektüre mit zahlreichen Illustrationen kommt meiner unambitionierten Laune gerade recht.

Moment mal. Ich schwafele ein bisschen rum. Hilft die Bullet-Journal-Methode gegen depressive Verstimmungen? Und was haben Zeitmanagement und gute Laune miteinander zu tun? Ryder Carroll beschreibt in seinem Buch nicht nur die Methoden des Future -, Monthly – und Daily Log. Das Meiste wende ich ohnehin, wenn auch mit einem anderen System , bereits an. Er redet über noch ganz andere Dinge wie z.B. Dankbarkeit, Ausstrahlung und Durchhaltevermögen. Unter anderem gibt er mir den sehr wertvollen Hinweis an die Hand – wäre ich im Februar nicht stets so unlustig wäre ich vielleicht selbst darauf zu kommen –, für Veränderungen nicht immer gleich die ganz großen Stellschrauben drehen zu wollen, sondern mit wenigen, kleinen, überschaubaren Schritten anzufangen. Und genau das tue ich dann.

Ich gehe in ein Café, das ich sonst nie besuche. Bin überrascht, wie wunderschön sich mein Viertel beim Blick aus dem Fenster mal wieder präsentiert. Ja, dat is hier Ruhrpott. Glaubse nich? Is aber so. Schlendere zwei Geschäfte weiter und entdecke einen mir bis dato völlig unbekannten, aber mit ausgesuchten Pflanzen bestückten Blumenladen. Nehme eine Schachbrettblume mit ins Büro, und so langsam beginnt der März mit seiner zarten Überzeugungsarbeit: 31 pralle Tage, die gegenüber dem Februar mit einer unumstößlichen Tatsache auftrumpfen können – dem kalendarischen Frühlingsanfang. So, und nun macht wat draus.

PS: Das Foto der Schachbrettblume liefere ich in besserer Qualität noch einmal nach. Im Eifer des Gefechts nicht realisiert, dass ich bzw. die Kamera nicht auf die Samenstände, sondern den Stängel fokussiert war (kann man jetzt so und so lesen).

 

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2 Comments

  • Reply Ingrid Mörke 30. März 2019 at 16:08

    hallo Anke,

    habe deinen blog gerade über blogs50plus gefunden und mich sofort heimisch bei dir gefühlt…frau list sich

    Liebe Grüße
    Augusta

    • Reply ahedfeld 1. April 2019 at 10:23

      Hallo und guten Morgen,

      schön, ich freue mich immer, wenn Menschen die meinen Blog lesen nicht anonym bleiben und sich zu erkennen geben. Offensichtlich teilen wir ja ein gemeinsames Hobby – das Stricken. LG Anke

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